Sonnenschutz nur im Sommer? Warum UV-Schutz das ganze Jahr ein Thema ist

Sonnencreme gehört in die Strandtasche, wenn es draußen richtig heiß ist – so denken viele Menschen.

Doch UV-Strahlung richtet sich nicht nach der Temperatur.

Auch an einem kühlen Frühlingstag, bei bewölktem Himmel oder im Winter kann die Haut UV-Strahlung ausgesetzt sein.

Deshalb lohnt es sich, Sonnenschutz nicht nur als Urlaubsthema zu betrachten, sondern als Bestandteil einer bewussten Hautpflege.

Das Sonnenlicht enthält unterschiedliche Arten ultravioletter Strahlung.

Für unsere Haut sind vor allem UVA- und UVB-Strahlen relevant.

Vereinfacht gesagt:

UVB-Strahlung spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sonnenbrand.

UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und trägt unter anderem zur vorzeitigen Hautalterung bei.

Beide Formen der UV-Strahlung können die Haut schädigen.

Warum ist Sonnenschutz auch für die Hautalterung wichtig?

Bei Hautpflege denken wir häufig zuerst an Feuchtigkeit, Seren oder Anti-Aging-Cremes.

Dabei gehört ein angemessener Schutz vor UV-Strahlung zu den wichtigsten Maßnahmen, wenn es darum geht, einer vorzeitigen lichtbedingten Hautalterung entgegenzuwirken.

Langfristige UV-Belastung kann unter anderem dazu beitragen, dass:

  • die Haut an Elastizität verliert
  • Falten deutlicher werden
  • Pigmentveränderungen entstehen
  • das Hautbild unregelmäßiger wirkt

Eine gute Pflegeroutine endet deshalb nicht unbedingt bei Serum und Gesichtscreme.

Muss ich wirklich jeden Tag Sonnencreme benutzen?

Das hängt unter anderem davon ab, wie hoch die aktuelle UV-Belastung ist und wie viel Zeit man draußen verbringt.

Eine gute Orientierung bietet der sogenannte UV-Index.

Er gibt an, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung an einem bestimmten Ort und Tag ist.

Ab einem UV-Index von 3 werden Schutzmaßnahmen empfohlen.

Der UV-Index lässt sich heute problemlos über viele Wetter-Apps oder Wetterdienste abrufen.

Damit kann man den Sonnenschutz viel besser an die tatsächliche Situation anpassen als nur nach Jahreszeit oder Außentemperatur.

Kann UV-Strahlung auch durch Wolken kommen?

Ja.

Bewölkter Himmel bedeutet nicht automatisch, dass keine UV-Strahlung vorhanden ist.

Je nach Wolkendichte kann weiterhin ein erheblicher Teil der UV-Strahlung die Erdoberfläche erreichen.

Deshalb sollte man sich nicht allein darauf verlassen, ob sich ein Tag sonnig oder heiß anfühlt.

Ein kühler, leicht bewölkter Tag kann durchaus eine relevante UV-Belastung mit sich bringen.

Warum ist Sonnenschutz im Winter manchmal besonders wichtig?

Im Winter ist die UV-Belastung in unseren Breitengraden häufig niedriger als im Sommer.

Es gibt jedoch Situationen, in denen besonderer Schutz sinnvoll ist.

Ein klassisches Beispiel ist der Urlaub im Schnee.

In größeren Höhen nimmt die UV-Belastung zu. Gleichzeitig kann Schnee einen Teil der Strahlung reflektieren.

Beim Skifahren oder bei längeren Aufenthalten im Gebirge sollte Sonnenschutz deshalb keinesfalls vergessen werden.

Ähnliches gilt für längere Aufenthalte am Wasser.

Welche Rolle spielt der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor – kurz LSF – beschreibt vor allem, wie stark ein Sonnenschutzprodukt vor UVB-Strahlung schützt.

Ein höherer Lichtschutzfaktor bedeutet einen stärkeren Schutz.

Für einen wirksamen Sonnenschutz ist jedoch nicht nur die Zahl auf der Verpackung entscheidend.

Das Produkt sollte außerdem:

  • sowohl UVA- als auch UVB-Schutz bieten
  • ausreichend aufgetragen werden
  • bei längerem Aufenthalt im Freien regelmäßig erneuert werden
  • nach Schwimmen oder starkem Schwitzen erneut aufgetragen werden

Ein hoher Lichtschutzfaktor bedeutet also nicht, dass man unbegrenzt in der Sonne bleiben kann.

Wann kommt der Sonnenschutz in der Pflegeroutine?

Am Morgen bildet der Sonnenschutz den letzten Schritt der Hautpflege.

Eine einfache Reihenfolge lautet:

Reinigung → Serum → Gesichtscreme → Sonnenschutz

Anschließend kann gegebenenfalls Make-up aufgetragen werden.

Wird bereits eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor verwendet, sollte darauf geachtet werden, ob der vorhandene Schutz für die tatsächliche UV-Belastung und Aufenthaltsdauer ausreichend ist.

Wie viel Sonnenschutz sollte man auftragen?

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, zu wenig Produkt zu verwenden.

Der angegebene Lichtschutzfaktor kann nur erreicht werden, wenn ausreichend Sonnenschutzmittel aufgetragen wird.

Besonders leicht vergessen werden:

  • Ohren
  • Hals und Nacken
  • Dekolleté
  • Haaransatz
  • Handrücken

Gerade Gesicht, Hals und Hände sind im Alltag häufig der Sonne ausgesetzt.

Ist Sonnencreme allein ausreichend?

Nein.

Sonnenschutz besteht nicht nur aus Sonnencreme.

Bei stärkerer UV-Belastung gehören auch andere Maßnahmen dazu:

  • intensive Mittagssonne möglichst meiden
  • Schatten nutzen
  • schützende Kleidung tragen
  • eine geeignete Kopfbedeckung verwenden
  • Augen mit einer UV-Schutz-Sonnenbrille schützen

Sonnencreme ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht vollständig.

Unser Tipp aus der Kosmetikpraxis

Orientieren Sie sich beim Sonnenschutz nicht nur an der Jahreszeit.

Schauen Sie auf den UV-Index.

Ist die UV-Belastung erhöht, gehört der Sonnenschutz ebenso selbstverständlich zur Morgenroutine wie Serum oder Gesichtscreme.

Besonders wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit.

Denn eine aufwendige Pflegeroutine mit hochwertigen Wirkstoffen kann nur einen Teil zur Pflege der Haut beitragen, wenn sie gleichzeitig immer wieder ungeschützt hoher UV-Strahlung ausgesetzt wird.

Pflegen und schützen gehören deshalb zusammen.

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